Die Bedeutung des künstlichen Lichtes

Im Mondenschein – »Au clair de la lune«

Ohne die Entwicklung des künstlichen Lichtes, hätte es das Industriezeitalter ebenso wenig geben können, wie es heute das Informationszeitalter ohne die Fortschritte in der Entwicklung des Computers gibt.

Die Bedeutung des künstlichen Lichtes und damit der Entwicklung der Lampe, ist bis heute den wenigsten Menschen bewußt. Wer einmal in seinem Leben in einem Bergwerk war, kann sich von der Bedeutung der künstlichen Beleuchtung eine Vorstellung machen.

Aber nicht nur der Bergbau hatte mit dem Mangel an künstlichem Licht bei der harten Arbeit in den Stollen große Mühe. Auch die Landwirte, Arbeiter, Kaufleute, Handwerker, Künstler, Akademiker, Menschen aller Schichten und Berufsgruppen waren zunehmend auf gute Beleuchtung angewiesen. Wer sich gute Beleuchtung leisten konnte, war in der Lage noch am späten Abend seine Arbeit zu verrichten oder eben er konnte bei Zeiten in der Frühe damit anfangen.

Ohne die künstliche Beleuchtung, wäre z. B. eine Arbeit am Fließband in Schichten nicht möglich gewesen. So hat die Beleuchtung maßgeblich dazu beigetragen, dass z.B. Massenproduktion möglich wurde. Die Beleuchtung hatte somit einen wesentlichen Einfluß bzw. Anteil an der Realisierung des Industriezeitalters.

Mit der Gänsefeder in der Hand, dem Tintenfaß auf dem Tisch und wenigstens einer brennenden Kerze, haben viele Dichter, Komponisten und Denker Stunden damit verbracht, in einer einfachen oder auch feudalen Behausung ihre Einfälle und Ideen zu Papier zu bringen, um sie später der gesamten Menschheit zur Verfügung zu stellen.

Die Menschen mußten sehr lange mit verschiedensten Formen der künstlichen Beleuchtung (angefangen von der Holzfackel über die Kerze, bis hin zur Öl- und später der Petroleumlampe) bis zur Entdeckung des Stromes und damit des elektrischen Lichtes auskommen.

Um nur eine ganz kleine Vorstellung davon zu bekommen, wie bedeutungsvoll die Entwicklung des künstlichen Lichtes war, muss man sich auch einmal vor Augen führen, welche arbeitsintensive und aufwendige Notwendigkeit alleine darin bestand, die frühen Lampen zu versorgen, wenn sie gut brennen und deshalb hell leuchten sollten.

An der Stelle möchte ich vor allem die Carcel- und Moderateurlampe anführen, eine Öllampe, die für damalige Verhältnisse revolutionäre Leuchtkraft besaß, jedoch sehr komplex in ihrem technischen Aufbau war und von daher schwierig zu reinigen. So lautet denn auch ein Zitat von J.W. Goethe wie folgt: »Wüsste nicht, was es noch besseres geben könnte, als wenn die Lichte ohne putzen brennten.«

Aber nicht nur das Putzen der Lampen war ausschlaggebend für ihren hellen Schein. Wichtig war auch die Entwicklung anderer Lampenschirme zur Vermeidung von zu viel Schatten, den es etwa bei Kerzen und »einfachen Lampen« gab. So wurde beispielsweise später ein Lampenschirm entwickelt, den der Erfinder »sin umbra« (= ohne Schatten) nannte.

Neben Reinigung und Formgebung war aber vor dem Aufkommen von Petroleum (das eine Kapilarwirkung hat), vor allem die Technik wichtig, die den Docht regelmäßig mit dem Öl versorgte. »Wie gelangt das Öl in regelmäßigen Abständen zum Docht?« war eine von vielen Fragen, die es zu beantworten galt.

Von all diesen Überlegungen und Schwierigkeiten, das Dunkel zu überwinden wissen wir heute nicht mehr viel.

C. Spaniol


Das Lied »Au clair de la lune«

Au clair de la lune, mon ami Pierrot,
prête moi ta plume pour écrire un mot!
Ma chandelle est morte, je n’ai plus du feu.
Ouvre moi ta porte pour l’amour de Dieu!

Au clair de la lune, Pierrot répondit,
je n’ais pas de plume, je suis dans mon lit.
Vas chez la voisine, je crois qu’elle y est,
car dans sa cuisine on bat le briquet.

Leih mir deine Feder, lieber Freund Pierrot,
möchte ein Brieflein schreiben, doch ich weiß nicht wo.
Es erlosch die Kerze, auch das Feuer mir,
für die Liebe Gottes öffne mir die Tür!

Und im Mondenscheine ruft Pierrot zurück:
Ich bin schon im Bette, hast bei mir kein Glück.
Geh doch zur Frau Nachbar’n, die ist lieb und nett,
und in ihrer Küche glüht noch ein Brikett.

(Text und Musik aus Frankreich)